Altbaumkataster für den Park

Der Bernrieder Park wurde zu Beginn der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von Carl von Effner und seinem Sohn Carl Joseph von Effner im Auftrag des Freiherrn von Wendland angelegt und gestaltet.

Ein Teil des heutigen Baumbestandes stammt noch aus dieser Zeit. Damit sind diese Bäume schon sehr in die Jahre gekommen und bedürfen zu ihrer Bestandssicherung einer besonderen Pflege. Dazu ist es u. a. erforderlich diese Bäume einzuwerten und in einem Altbaumkataster zu erfassen.

Dann können - neben den allgemeinen Parkpflegemaßnahmen - auch gezielte einzelbaumspezifische Erhaltungs- und Pflegemaßnahmen vorgenommen werden. Ein derartiges, aber notwendiges Altbaumkataster ist arbeitsintensiv und damit auch Kosten verursachend.

Dank einer großzügigen finanziellen Unterstützung durch die Klaus und Christina Voormann, TGM GmbH konnte das Altbaumkataster in Angriff genommen werden. Erste sehr interessante Ergebnisse von 104 im Kataster erfassten Altbäumen liegen nunmehr vor. Sie werden hier in Bezug auf die Bestandsituation und daraus resultierende Pflegemaßnahmen auszugsweise wiedergegeben. Hauptziele beim Altbaumkataster sind die Ermittlung der Vitalität der Altbäume, die Erhaltung einer hohen Biodiversität im Parkareal, der Erhalt wertvoller Altbaumsubstanz bei ausreichender Verkehrssicherung, Nutzung natürlicher Prozesse (z.B. durch Kronenrückzug) zur Verkehrssicherung.

Zuerst wurde dabei die Vitalität wie in Schaubild 1 dargestellt ermittelt. Die Altbäume wurden bewertet nach: sehr geringe bzw. kleine Mängel, in Mängel mit Aussicht auf Kompensation, in kaum kompensierbare starke Mängel und in gravierende Mängel. Die daraus resultierenden Maßnahmenstufen sind Maßnahmen mit geringer Priorität (i.R. reine Pflegemaßnahmen), Maßnahmen mit mittlerer Priorität, die z.B. nach Möglichkeit innerhalb eines Jahres oder nach der nächsten Kontrolle auszuführen sind, Maßnahmen mit hoher Priorität, die möglichst innerhalb der nächsten Monate ausgeführt werden sollten und Maßnahmen mit höchster Priorität, die keinen größere zeitlichen Aufschub erlauben. Das nachstehende Schaubild 2 zeigt die notwendigen Maßnahmen nach den Prioritätsstufen. Damit wird deutlich, dass im Altbaumbestand des Parks nicht unerheblicher Pflegeaufwand bei den Altbäumen erforderlich ist.

Deshalb ist das Kuratorium sehr dankbar, dass es gelungen ist, in der Trägergemeinschaft „Bernrieder Vorsprung“, dem Naturschutzfonds sowie der Unteren und Höheren Naturschutzbehörde das BayernNetzNatur-Projekt „Bernrieder Vorsprung – Baumriesen, Naturerbe und Artenvielfalt am Starnberger See“ aufzulegen, das mittlerweile genehmigt worden ist. Das Altbaumkataster soll im Rahmen dieses Projektes für den gesamten Park erstellt werden.

Gleichwohl bitten wir um Ihre finanzielle Unterstützung.

Spenden nehmen wir gerne entgegen unter:
Wilhelmina Busch-Woods-Stiftung, 
Bankverbindung: VR-Bank Starnberg-Herrsching-Landsberg eG, 
Kontonummer:    
IBAN: DE36 7009 3200 0000 1296 74  BIC: GENODEF1STH 

Spendenquittung senden wir Ihnen gerne zu.

Schaubild 1: Vitalität

Quelle: Treeconsult Brudi & Partner, 2010

 

 Schaubild 2: Maßnahmen

Quelle: Treeconsult Brudi &Partner, 2010

Dr. Hans Haimerl
Quelle: Beitrag der Wilhelmine-Busch-Woods-Stiftung zur Gemeindeinformation Bernried, Ausgabe Dezember 2010