Parkhinweistafel

Der unter Landschafts- und Denkmalschutz stehende Bernrieder Stiftungspark mit einer Fläche von ca. 80 ha soll der Erholung dienen und ist der Allgemeinheit zugänglich.

Der Bernrieder Park liegt unmittelbar am Starnbergger See südlich von Bernied. Das über 1,5 km lange Seeufer des Parks ist mit Ausnahme des sog. Teehauses unbebaut. 7,5 km Wanderwege mit zahlreichen Ruhebänken an den Aussichtsstellen laden zu jeder Jahreszeit zu geruhsamen Spaziergängen ein. Kleine Badebuchten mit sandigem Untegrund verführen im Sommer zu einem erfrischenden Bad im See.

Zwei Fernwanderwege durchkreuzen den Park.

Der König-Ludwig-Wanderweg auf dem sogenannten Seeweg entlang des Starnberger Sees, der in mehreren Varianten von Berg am Ostufer des Starnberger Sees bis in das Ostallgäu nach Füssen führt, und der Prälatenweg von Marktoberdorf nach Kochel.

Der Bernrieder Park gehörte ab dem 11. Jahrhundert bis zur Säkularisation zum Besitz des Bernrieder Klosters der Augustiner-Chorherren. Nach verschiedenen Besitzerwechseln kaufte August von Wendland, bayerischer Gesandter am französischen Hof, 1852 den gesamten ehemaligen Klosterbesitz. Er ließ von 1853 bis 1863 durch den Münchener Oberhofgärtner Carl Effner und dessen Sohn Carl-Josef von Effner den südlich des Klosters gelegenen Park im Stil eines Englischen Landschaftsparks mit einem reizvollen Wechsel von Wiesen, Buschwerk und Solitärbäumen planen und gestalten.. Durch "Sichtfenster" in der Gehölzkulisse wurden Blicke auf den See und die Alpenkette frei.

1914 erwarb Wilhelmina Busch, 1884 als 13. Kind geborene jüngste Tochter des Mitbegründers der heute weltberühmten Anheuser-Busch-Brauerei in St. Louis/USA, von der Familie von Wendland - neben anderen Ländereien - das Hofgut Bernried, 1941 auch den Park. Die im südlichen Bereich des Parks am Seeufer gelegene Fischerhütte ließ sie zum sog. Teehaus umbauen, das heute noch besteht und vermietet ist.

1949, zwei Jahre vor ihrem Tod, brachte Mrs. Wilhelmina Busch-Woods, nach zweimaliger Witwenschaft nun Gattin des damligen amerikanischen Generalkonsuls in München, Sam Woods, den Park in eine "öffentliche Stiftung des bürgerlichen Rechts" ein, um ihn "als einzigartiges Naturdenkmal den kommenden Generationen in seiner Eigenart und Schönheit zu erhalten".

Der Park wird teilweise landwirtschaftlich genutzt. Die Grasnutzung für die Stammzucht des Grau-braunen Höhenviehs, heute Deutsches Braunvieh, war von der Stifterin als Eigentümerin des Hofgutes Bernried ausdrücklich gewollt und ist so in der Stiftungssatzung festgeschrieben. Der Park fügt sich als Gartendenkmal auch vortrefflich in das Gebiet des Pfaffenwinkels mit seinen zahlreichen Kunstwerken und Denkmalen ein. Die als gemeinnützig anerkannte Wilhelmina Busch-Woods-Stiftung wird durch ein Kuratorium verwaltet. Das Kuratorium hat die Aufgabe, den Park unverändert im Sinne des Stiftungszwecks zu pflegen und in seinem Bestand zu erhalten. Der frühere Kuratoriumsvorsitzende Dr. Richard Hundhammer, MdL a.D., konnte durch eine von ihm angeregte hochherzige Zustiftung der 1990 verstorbenen Münchnerin Viktoria Neumüller eine maßgebliche finanzielle Unterstützung der aufwendigen Parkpflege erreichen.